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Werdegang einer Banater Gemeinde
Das alte Bogarosch
Das Land zwischen Donau, Theiß, Marosch und den Banater Bergen hat eine
lange bis in die Frühzeit der Menschheit zurückreichende Geschichte.
Als unsere Siedlerahnen den Weg zu dem für sie vorgesehenen, in freier
Flur geplanten Ort antraten, schien das Land rund um das Pädium
Bogarosch noch jungfräulich dazuliegen. Unberührt, offen und
erwartungsvoll schien es unsere Altvorderen zu empfangen, doch diese
Unberührtheit trog: Sie, die da ankamen und sich nach einer viele
Wochen währenden Reise müde neben ihren Kleiderbündeln niederließen und
sich umsahen, waren nicht die Ersten auf diesem Boden. Zehntausende
Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung lebten schon Menschen in diesen
Breiten. Menschen die sich noch keinen Namen gegeben hatten, bauten auf
diesem Boden ihre Erdhütten, Völker der Vorchristlichen, der Römer- und
Völkerwanderungszeit sowie des Mittelalters hatten auf ihm Ihre
Heimstätten gegründet. Von all diesen Völkern, denen die Fluren unserer
Gemeinde ebenfalls einmal Heimat waren, künden nur mehr Zufallsfunde.
Als man in den Jahren 1333 bis 1337 ein Register über den zehnten Teil
des Einkommens eines jeden katholischen Priesters zusammenstellen ließ,
wird unter den 228 Pfarreien des Tschanader Bistums Bogarosch im
Tschanader Erzdechanat nicht bezeugt. Möglicherweise gab es im
Weichgebilde unserer Gemeinde eine kumanische Siedlung. Der
mittelalterliche Ort scheint etwas nordwestlich unserer heutigen
Gemeinde gelegen zu haben. In den Urkunden des Budapester Landesarchivs
ist er als Bogaros, Bogarosd oder Bogarus zwischen 1462 und 1548 unter
verschiedenen Besitzern bezeugt. Einige Zeit später, 1562 wurde
Bogarosch als Königsgut an Ladislaus Kerecsányi de Kanyáföld
verschenkt. Bogarosch scheint bis nach der Befreiung des Banats aus der
Türkenherrschaft eine unbewohnte Öde gewesen zu sein. Unter den 390
aufgezählten Banater Ortschaften in der zwischen 1690 und 1700
gefertigten "Conscriptio Districtuum" wird Bogarosch nicht erwähnt,
ebensowenig in der 1717 entstandenen "Designation deren in dem
Temesvarer Banat samentlichen Dörffern und darinnen befindlichen
Häussern". Erst die Mercy-Karte aus den Jahren 1723-25 verzeichnet das
Prädium Bogarosch, das damals im Tschanader Verwalteramt lag. Es wurde
bis zur Ortsgründung 1769 als Weideland ausgewiesen.
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