vor 1768
18. Jahrhundert
19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Die Geschichte von Bogarosch ist bestens dokumentiert in den beiden Ortsmonographien von 1935 und 1993. Ergänzt werden diese  durch die Publikation von Josef Prunkl  in der die Lebenswelt der landwirtschaftlich  geprägten Gesellschaft sowie die Landwirtschaft selbst  akribisch dokumentiert wird. Ein weiteres ergänzendes Werk zur Bogaroscher Geschichte ist das Familienbuch  welches  alle Bewohner der Gemeinde von der Ansiedlung bis zum Exodus erfasst. Diese Seite soll die Informationen in den bereits vorhandenen Publikationen ergänzen und vertiefen.
Bezeichnet Johann Thierjung "das alte Bogarosch" als den Ort vor der Besiedlung durch unsere Vorfahren, so verschieben sich heute die zeitlichen Grenzen und nun, fast 100 Jahre später nach der Niederschrift der Thierjung' schen Monographie, dürfen wir unter dem Begriff "das alte Bogarosch" die Entwicklung unseres Heimatortes zwischen 1769 und 1990 verstehen.


Urkunde vom 27. Dezember 1494 in der,
unter anderen, die Prädien Bogaros und Chatad erwähnt werden.

Bogarosch vor 1768
Hubert schreibt 1935 in der Ortsmonographie folgendes: Im Budapester Staatsarchiv wurden Dokumente aus den Jahren 1462 und 1493 vorgefunden, in welchen "Bogáros " erwähnt ist. In dem Archiv der Familie Graf Erdödi de Dörösvari wurde eine Urkunde aus dem Jahre 1494 vorgefunden, in welcher Erwähnung gemacht wird vom " Praedium Bogáros". Folge dieser Urkunde ist es möglich, dass vor 1494 hier ein bewohnter - oder ständig bewirtschafteter - Ort war, welcher aber wahrscheinlich durch die fortwährenden türkischen Streifzüge vernichtet wurde. Der Platz wurde einfach nach dem Orte als Praedium erklärt.

König Władysław II. verleiht Ferenc von Naghlwche das Königsrecht in den Besitzungen Thofew, Nemethy und Petherd im Komitat Temes und in Teilen der Besitzungen Papd und Hethen sowie in den Prädien Kylsew Rabe, Belsew Rabe, Zedech, Balogd, Bogaros und Chatad.
Aus diesem ist ersichtlich, daß das " Praedium Bogáros" Eigentum des Staates war. Daß dieses verschenkte " Praedium Bogáros" identisch ist mit dem heutigen  ist sehr wahrscheinlich.
1523 hatten Nagylucsei Döczy Ferenez und seine Frau Forgács Margit das "Praedium Bogáros" im Jahre 1523 noch im Besitze. Von seinen Söhnen war Döczy Läszlö im Jahre 1548 noch am Leben, so daß bis zu dieser Zeit in den weitausgedehnten südungarischen Döczy-Güter keine Veränderung vorkam und es vorauszusetzen ist, daß das "Praedium Bogáros " nach der Mohatscher Schlacht auch noch immer als Döezy-Eigentum bestand,
Der Fall der Festung Temesvar ging mit großen Zerstörungen ein, viele Besitzstände standen herrenlos da. Im Jahre 1562 schloß König Ferdinand mit Soliman Frieden, infolge dessen wurden sämtliche zerstörten oder die an Zápolya János übergangenen adeligen Güter durch König Ferdinand verstaatlicht und an treue Adelige verschenkt. Das "Prädium Bogáros" wurde auch als königliches Gut erklärt und noch im Jahre 1562 an Kányaföldi Kerecsenyi László, verschenkt. In dessen Besitz war es jedoch nur bis 1566, denn in diesem Jahr geriet er in türkische Gefangenschaft und wurde hingerichtet.
Wer die Eigentümer des "Praedium Bogáros " während der Türkenherrschaft waren, kann nicht festgestellt werden. Der Wahrscheinlichkeit nach hat es sehr oft die Eigentümer gewechselt. Daß es trotzdem unter fortwährender Bearbeitung stand, beweist, daß der Name immer vorkommt. In dem Ortsverzeichnis der Wiener Kammer kommt es im Jahre 1717 zwar nicht vor, daher war es auch kein bewohnter Ort; aber auf der Karte des Generalen Mercy vom Jahre 1723, welche in Wien herausgegeben wurde, ist das " Praedium Bogaros" als unbewohnter Ort bezeichnet. Ebenso ist es vorfindbar auf der Landkarte des Temescher Banates im Jahre 1761 mit deutscher Ortographie: "Bogarosch", ebenso auf den Karten der Josephinischen Landesaufnahme in den 1780er Jahren.

Die Umgebung von Bogarosch auf Karten der Josephinischen Landesaufnahme

Bogarosch im 18. Jahrhundert

1767 beschloß die Regierung das Prädium Bogarosch zu besiedeln. Es wurde dem Pächterverein entzogen und Neumann, dem Provinzialrat von Temeswar, zugeteilt mit dem Auftrag, das Gebiet zu vermessen und nach der Erstellung der Siedlungspläne mit deren Genehmigung sofort mit der Besiedlung zu beginnen. Neumann vermaß 183 ganze und 16 halbe Sessionen, insgesamt 191 Grundstücke für das für 200 Häuser geplante Dorf.

Die Besiedlung erfolgte nach den Regeln der ersten regulären Banater Siedlung und dem Siedlungspatent vom 25. Februar 1763. Im Deutschen Reich gab es Agenten und Notare, die mit der Anwerbung von Siedlern betraut waren. Auch aus Ungarn wurden Agenten in die österreichischen Randprovinzen geschickt, um möglichst viele Siedler zu gewinnen. Maria Theresia versprach jedem Kolonisten, der sich auf einem Schatzgrundstück niederließ und ein Haus baute, sechsjährige Steuerbefreiung, kostenloses Bau- und Brennholz und zehnjährige Steuerbefreiung für Handwerker. Jede Siedlerfamilie erhielt 12 Kreuzer pro Ehepaar und 3 Kreuzer pro Kind für Tagegeld und Verpflegung. Die Einwanderer, die nach Bogarosch beordert wurden stammten aus Belgien, Schwaben, Bamberg, Rheinland, Lothringen, Elsass und Oberösterreichern. Sie wurden von Wien auf Schiffen nach Zimony, Pancsová und Titel gebracht, von wo sie im Frühjahr 1768 auf Befehl der Regierung der Region Temeswar mit offiziellen Transporten und Militäreskorte in Temeswar ankamen. In Temeswar empfing Neumann die Neuankömmlinge und begleitete sie zu ihrem Ziel. Sie begannen sofort mit dem Bau ihrer Häuser, die Arbeit dauerte den ganzen Sommer und Herbst. Sie erhielten kostenlos nicht nur die Baumaterialien für die Häuser, sondern auch die für die Landwirtschaft notwendigen Pferde, Werkzeuge, Karren, Pflüge, Eggen und sogar die Haushaltsmöbel und alle für die Hauswirtschaft notwendigen Werkzeuge wie Spinnräder, Messer, Gabeln, Löffel usw. Die Gemeindeverwaltung, erhielt ein Siegel, dessen Mitte eine Pferdefigur darstellte - ein Symbol des zur Pferdezucht genutzten Prädiums Bogarosch - umrandet von der Inschrift "Bogaros in Temesw. Banat". (Das Dorf besitzt außerdem zwei neuere Siegel. Auf dem einen, über dem tänzelnden Hengst, steht: „Bogáros T. NS . Torontál V. Megyében l8 ‘gJ“; auf dem anderen: „Bogáros községe itíjfl · (Öffentliche Bekanntmachung des Pleb.-Ref) (sic!)

Nachdem der Bau des Dorfes bis zum Herbst 1769 gut vorangekommen war, errichtete die rein katholische Bevölkerung mitten i
m Dorf eine Bretterkapelle, von der Regierung erhielten die Bogaroscher eine 80 Kilo schwere Glocke und verschiedene Kirchengegenstände für die Ausstattung Kapelle. Bischof Graf Engel, vertraute die Betreuung der Gläubigen von Bogarosch vorübergehend dem Csatáder Pfarrer Stefan Petrich an. Dieser Petrich weihte die Kapelle am ersten Adventssonntag 1769 und brachte das erste Messopfer im Ort dar. Gleichzeitig empfing die Bevölkerung zum ersten Mal in ihrer neuen Heimat die Kommunion. Gemäß der Siedlungsordnung wurde die Schule ebenfalls 1769 eröffnet, zunächst im Bauernhaus Nr. 181 und 1770 im Haus Nr. 84. Dort blieb sie jedoch nur bis 1771, als das Dorf auf dem von der Staatskasse erhaltenen Grundstück ein geeignetes Schulhaus baute.

Johann Thierjung, der erste Ortschronist, hinterläßt uns eine Anekdote, die sich in jener Zeit abgespielt hat: als die Einwohner in Mitte des Ortes aufgestellt in Reih und Glied aufgestellt in Reih und Glied waren, ihre Papiere geprüft, die nötigen Erörterungen getroffen ihre Vermögensverhältnisse festgestellt und die in Wien von ihnen deponierten Gelder in Empfang genommen, konnte ein Weib, dessen Familie nachher auf Haus Nr. 158 ansässig wurde, die Zeit nicht erwarten bis die Commision der Reihe nach bei ihr ankam, sie tritt aus Reih und Glied und forderte mehrmals die Commision auf in welche Gasse sie kommen werde. Verdrossen über das oftmalige Fragen der Gasse welche bis dahin doch keinen Namen hatte, somit nur von Haus Nummro so und soviel die Rede sein kann, gab der Hohe Kommisär ärgerlich zur Antwort: Scheiss Gasse … Die Gasse in welche die Fragestellerin auf Nr. 158 kam trägt den Namen Scheißgasse bis auf den heutigen Tag.

Wie sahen nun diese ersten Bogaroscher Häuser aus? Darüber gibt uns Zacharias Johannes Sax, ein in den Ansiedlungsakten oft genannter Ingenieur genaue Auskunft. Von ihm stammt ein Hausplan (welcher im Wiener Hofkammerarchiv verwahrt ist) der uns zeigt, auf „was Arth die Collonisten Haüsser, auf dem neu angelegten Dorf Bogarosch stand- und dauerhaft von gestampfter Erden und Rohrdach hergestellt werden”. Das Haus, dessen Grundfläche etwa 5x16 Meter betrug, umfasste unter einem langen Satteldach Küche, Zimmer, Kammer und Stall. Vom Hof aus betrat man die Küche, welche ihr Licht durch die Tür empfing, Fenster hatte sie keines. Dem Eingang gegenüber war ein großer offener Herd aus gestampften Lehm aufgebaut, darüber befand sich die große Haube zum Abzug des Rauches. Rechts trat man in das Zimmer, das bei einem Flächeninhalt von 5x6 Metern einen mächtigen Ofen von 1,75 Meter im Geviert, der nur von der Küche aus geheizt werden konnte, barg. Links von der Küche lag die Kammer von halber Zimmergröße. Anschließend an die Zimmer, doch nur von außen zugängig, war der Stall im Ausmaß von 5x5 Metern. Um auch bei schlechtem Wetter trocken von den Wohnräumen dorthin gelangen zu können, stand das Rohrbach etwa 1,5  Meter vom Hausrande ab. Allzu geräumig war solch ein Haus nicht und eine Familie musste schon fest zusammenrücken, um in einer Kammer von 3x5 Meter (wenn auch nur für ein halbes Jahr) Platz zu finden.
Die Arbeit und die Lebensbedingungen der Neuangesiedelten waren hart und arg. Wir haben Angaben aus denen man erkennen kann wie um jede Kleinigkeit gedarbt und gerungen werden mußte. Kaum kamen die angehenden Bogaroscher die Donau herab und fanden in der halberbauten Ortschaft ihr bleibendes Obdach, als sie auch schon an die Urbarmachung des Bodens gingen. Dieser trug damals meist steppenartiges Gras, an dessen Umpflügen nicht gleich zu denken war. So gingen im Juli 1769 die Bauern Heu mähen und da starke Trockenheit herrschte, gab es nur einen geringen Ertrag. Sie erhielten daher für ihr gesamtes Melkvieh und für einen Teil des Zugviehes das Heu von anderwärts zugewieden. Im Herbst ging der Ackerbau mühsam vorwärts, da sich der Mangel an Bespannung unangenehm geltend machte. Von den 200 Haushaltungen hatten bis dahin nur 55 ihre Zugtiere erhalten und diese mußten neben der Feldarbeit noch die Gemeindefuhren an Mehl und Lebensmitteln verrichten. Man kam gar nicht mehr dazu, aus dem Bruckenauer Wald das Holz zu holen und so fehlte es auch daran. Die Häuser waren noch nicht ausgetrocknet und infolge der dadurch verursachten Krankheiten starben binnen kurzem 32 Kinder. Der Winter stand vor der Türe. Da sandte die Bogaroscher Gemeinde am 30. Oktober 1769 eine Bittschrift an die Landesadministration nach Temeswar und bat um 300 Klafter Brennholz, welches durch die „Nationaluntertanen“ zugeführt werden sollte. Gleichzeitig bat man um einen eigenen Seelsorger und um die Errichtung einer eigenen Pfarre.
Die erste Aussaat auf einem Teil der Felder wurde im Oktober 1769, noch bevor diese parzelliert waren, der Erde anvertraut, 1770 jedoch brachte jedoch eine Missernte mit sich. 1770 erfolgte die Gründung der Pfarrei, bis dahin war Bogarosch Filiale von Csadat. Bischof Engel entsandte im Januar 1770 Kaplan Anton Nitsch nach Bogarosch, um dort bis zur Anstellung eines Pfarrers die Seelsorge zu übernehmen. Nitsch blieb über ein Jahr in Bogarosch. Die Anstellung eines ständigen Pfarrers erfolgte erst am 7. April 1771. Franz Xaver Simonovics wurde der erste reguläre Pfarrer in Bogarosch. Im darauffolgenden Jahr, 1772 stattete Bischof Engel der neu gegründeten Pfarrei einen offiziellen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit ordnete er die Einführung des bis heute bestehenden Brauchs an, die Leichen unschuldiger Kinder, die noch nicht beichten konnten, vor der Beerdigung in der Kirche auszusegnen. Zur gleichen Zeit ließ das Dorf in Temeswar eine zweite, vier Pfund schwere Glocke gießen, die zu Ehren Mariä Himmelfahrt gegossen wurde. Das Dorf beschloss außerdem, jedes Jahr sechs Dorffeiertage zu Ehren der Heiligen Sebastian, Florian, Donat, Rókus, Rosalia und Vendel zu begehen. An diesen Tagen enthalten sich alle Dorfbewohner der Arbeit, und wer das Gelübde bricht, muss der Kirche 5 Pfund Wachskerzen zahlen und wird zudem von der Präfektur bestraft. Das Gelübdedokument wurde einerseits vom derzeitigen Grundbesitzer des Dorfes unterzeichnet, andererseits vom Richter Mathias Michels und dem Johann Albert, beglaubigt.
Die Ursache für die große Sterblichkeit im Jahre 1771 (94 Sterbefälle, im Vergleich  mit den Jahren davor und danach erheblich mehr. (1770 - 53; 1772-53)) sind wahrscheinlich die nicht trockenen, neu erbauten Häuser, welche meistens offen stehen zum Austrocknen, die Zugluft durch Fenster und Türen wirkte jedoch schädlich auf die Gesundheit bei Menschen und Tier.
Es wurde bereits im Jahre 1775 Steuer, Zehnten und Roboten abgefordert, den Colonisten die aber im Rückstand geblieben waren wurde mit Exekution gedroht welche die Gemeinde zu einem Eingeben an die Landesadministration Temesvar veranlasste.  Daraufhin wurde die Schuld von 30 Insassen welche ihre Häuser verlassen oder davon entlassen wurden, mit 429fl und 47x nachgelassen, auch wurden neue Schulden mit 559fl 30x nachgelassen, somit zusammen 984fl 17x Nachlaß   (fl = Gulden, x = Kreuzer).
1776 waren die Insassen von 40 Hausnummern waren bereits verstorben, durchgegangen oder abgewirtschaftet und die Häuser standen leer.
1768 erhielt die Gemeinde den ersten Notär, Michael Krizsanics (Krischanitsch), (welcher jedoch schon 1788 einrücken mußte und danach wieder auf diesen Posten zurückkehrte), nach ihm diente sein Sohn Franz bis 1874 als Notär in Bogarosch.
1796 waren infolge der großen Trockenheit und Hitze sämtliche Feldfrüchte missraten, nur die Hilfe der Regierung rettete die Bewohner vor dem Hungertode.

Bogarosch im 19. Jahrhundert
1804 hatte Bogarosch 1600 Einwohner, es standen 210 Häuser im Dorf.
1816 - wurde die Orgel von Franz Wälter aus Temeswar um 5.011 fl. erbaut. Die Kirchenbücher berichten von einem ersten Instrument mit 6 Registern.  Die Orgel hat eine mechanische Spiel- und Registertraktur, die Werke befinden sich in drei separaten Orgelgehäusen.
Der Winter war lang, anhaltend und eiskalt. Am 28, 29 und 30ten Jänner war die größte Kälte seit Menschengedenken, 21° Reaúmur (etwa -26° Celsius). Es wehte ein starker pfeifender Wind, welcher einen höchst feinen Schnee in solcher Tüchtigkeit herumtrieb das man größere Gegenstände kaum auf 10 Schritt Entfernung ausnehmen konnte. Der Schnee schmolz spät, die Saat wuchs trotzdem, doch vor der Ernte kam von Warjasch eine Wasserflut und überschwemmte die Äcker. Das gesamte Getreide wurde vernichtet. Auf den tief liegenden Teilen des Hotters blieb das Wasser über mehrere Jahre hindurch.  
(Vgl.: hierzu: Als das Jahr ohne Sommer wird das vor allem im Nordosten Amerikas und im Westen und Süden Europas ungewöhnlich kalte Jahr 1816 bezeichnet. In den Vereinigten Staaten bekam es den Spitznamen „Eighteen hundred and froze to death“, und auch in Deutschland wurde es als das Elendsjahr „Achtzehnhundertunderfroren“ berüchtigt. Als Hauptursache wird heute der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im April 1815 angesehen, der von Vulkanologen als deutlich stärker eingestuft wird als der Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. und jener des Krakatau 1883.[Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_ohne_Sommer].
1817 war ein gesegnetes Jahr.
1823 erfolgte der Bau eines Gemeindehauses, ein solches hatte die Gemeinde in den ersten 54 Jahren keines, im Haus des  Schulzen wurden alle Verhandlungen geschlichtet bei welchem sich auch die Strafrequisiten, nämlich Schandpflock, Geige, Eisenketten und Prügelbank sich in Bereitschaft befanden. Die Geldzahlungen wurden vom Kassier von Haus zu Haus eingehoben.

Gemeindesiegel 
im 18. Jahrhundert
Kirchensiegel
aus dem 19. Jahrhundert
Gemeindesiegel
aus dem 19. Jahrhundert

1830 - am 12. und 13. Januar fiel dermassen viel Schnee, dass der Verkehr zu den Nachbargemeinden völlig zum Erliegen kam. Es wurde spät Frühjahr, im Juli und August stieg das Erdwasser derart, dass die meisten Keller voller Wasser standen und infolgedessen sehr viele Häuser zusammenfielen.
1831 - brach die Cholera aus, am 3. September starben die ersten Kranken, bis zum Abklingen, Anfang November, starben insgesamt 17 Kranke.
1836 - bricht die Cholera erneut aus, ein Cholera-Arzt aus Makó weilt im Ort, innerhalb von drei Monaten starben von 700 Kranken 107. 1840- kostete ein Session Haus und Feld 8000 fl Wiener Währung - Bogarosch hat 2180 Seelen. 1841- mußte jeder Vater welcher 6 Söhne hatte einen Rekruten stellen oder einen von der Regierung als tauglich anerkannten Mann kaufen ... 1844 - die neu angesiedelte Gemeinde Ujhely wurde unserer Pfarrei als Filiale zugeteilt.
Die HOG Neusiedel hat vor einigen Jahren eine gründliche Ortsmonographie herausgegeben. Wir bringen hier eine gekürzte Beschreibung des Dorfes aus: "Csanad egyhazmegyei plebaniak tortenete" (Die Pfarreien der Diözese Csanad) von von Dr. Szentkláray Jenö, Ausgabe 1898.

Ujhely- Dorf im Komitat Torontál, Bezirk Perjámos, 2 km östlich der Mutterkirche entfernt. Einwohnerzahl: 887 rk; 5 gk. Der Ort wurde 1843 vom ungarischen königlichen Fiskus auf dem Prädium Pakácz zwischen Bogáros und Sándorháza besiedelt. Die deutsche Bevölkerung, die Tabak anbaute, stammte aus den umliegenden Dörfern, darunter Grabácz, Bogáros, Csatád, Nagy-Jécsa und Sándorháza. Ursprünglich bestand Ujhely aus 96 Häusern mit 500 Einwohnern. Der Wohlstand der Siedler wurde vor allem durch die reiche Tabakernte gefördert, die die harte Arbeit der Arbeiter stets mit einem sicheren Einkommen auf dem hervorragenden Boden belohnte. Seit 1886 entzog der Staat ihnen jedoch die Lizenz zur Tabakproduktion. Dies führte dazu, dass das Dorf, das seitdem zu florieren begonnen hatte, rapide verfiel. Die angespannte finanzielle Lage zwang die Siedler, einen Teil ihres Landes an wohlhabendere Nachbardörfer zu verkaufen.
Die Diözesanbehörden schlossen Ujhely von Anfang an der Pfarrei Bogáros zu. 1845 errichteten die Dorfbewohner Kreuze im Zentrum des Dorfes und auf dem Friedhof und beteten zunächst im Freien vor diesen Kreuzen. Im zweiten Jahr der Ansiedlung wurde auf dem von ihnen auf eigene Kosten erworbenen Grundstück ein einklassiges Schulhaus errichtet. Bis 1860 versammelte sich die Bevölkerung zum Gottesdienst im Schulzimmer. 1861 wurde im Schulgebäude zudem eine separate Kapelle zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit errichtet. Gleichzeitig schlossen sie einen von den kirchlichen und weltlichen Behörden bestätigten Vertrag mit dem Pfarrer von Bogáros. Dieser sah vor, dass der Pfarrer an Sonn- und Feiertagen in der Kapelle die Messe abhält, den Kindern wöchentlich Religionsunterricht erteilt und regelmäßig Prozessionen und andere kirchliche Zeremonien durchführt. Für diese Dienste bezahlte ihn die Gemeinde. Bischof Bonnaz stattete die Schule 1869 mit einer Orgel aus und machte sie zur Dorfschule.  Lehrer: Mathias Heber, Josef Kugler, Jakob Schlosser 1844-1892; Jakab Basch 1892 bis heute (1899 E.S.).



1845 - standen 237 Häuser im Dorf, an der Kerwei wurden erstmalig die Hüte der Burschen geputzt.
1853 - Vergrößerung der Gemeinde, Die „Kameral - Kleinhäuser" werden in den Matrikelbüchern gelegentlich als Neu- Bogáros  bezeichnet. - Das heute noch stehende Schulhaus wurde gebaut.
1854 - war der Weitzen mißrathen - die Prügelstrafe wurde gesetzlich verboten.
1859 - wurde das Verwaltungsjahr vom 1 November auf den 1 Januar versetzt.- Vergrößerung der Kirche, der Anbau von zwei Seitenschiffen begann am 30. September 1859, die so vergrößerte Kirche ist am 8. September 1860 neu eingeweiht worden.
1863 - zeichnete sich durch außerordentliche Dürre und Trockenheit aus und war beinah noch böser als das Jahr 1794. Die Gemeinde mußte ein Kosthaus errichten für die Armen zu speisen (dieser Zustand dauerte bis Mai 1864) doch war es in Bogarosch nicht am schlechtesten ...
1864 - nach dem Dürrejahr 1863, wanderten etwa 2000 Personen, aus Bogarosch und den umliegenden Ortschaften, nach Rumelien aus. Von den dortigen Grundherren nur ausgenutzt kehrten 1365 Personen im Spätherbst 1867 wieder ins Banat zurück.
1868 - brannten die Kleinhäuser Nr. 66, 67, 68, 69 und 70 gänzlich nieder.
1869 - die Gemeinde hat 2655 Einwohner - ab 1. Juli eigene Poststation, erster Postmeister war der Kaufmann Friedrich Ferch genannt "Fritzl".
1871- entstand ein Leseverein im großen Gasthaus bei Kersch Michael.
1873 - brannten die Häuser von Nummro 88, 87, 86, 85 und 100b gänzlich nieder.
1876 - entstand eine Cassina (Casino) mit 32 Mitglieder mit Statuten vom Staate. Das Gemeindehaus wurde ganz aus Brennziegel gebaut welches 8981 fl 39 x gekostet.
1881 - wurde eine Kirchenuhr zu Lasten der Kirchenkassa angeschafft- das Grundwasser kam abermals und blieb bis 1883 mit großem Schaden.
1887- wurde eine Sparkassa mit 400 Actien und 20 000 fl Stammkapital gegründet- wurde ein Leseverein mit 485 Mitgliedern gegründet.
1894 - errichtete Bodway Lajos die erste Apotheke in Bogarosch auf dem Patronat der göttlichen Vorsehung, selbige wurde 1896 an Schunck Richard verkauft.

Bogarosch im 20. Jahrhundert

um 1900 begannen die großen Auswanderungswellen nach Amerika, waren es 1900 14 Personen, die sich im Ausland niedergelassen hatten, waren es 1910 bereits 177.- Die Temesvarer Zeitung schreibt hierzu in der Ausgabe vom 06. Mai 1903: Den ausgewanderten Dienstboten scheint es in Amerika nicht so rosig zu ergehen, wie vielfach erzählt wird, denn zwei Dienstmädchen aus Bogáros schrieben an ihre Eltern, diese mögen ihnen Geld zur Retourfahrt senden, sonst nehmen sie sich das Leben. Amerika ist von dienenden Mädchen überfüllt. Höchst selten findet man einen Posten und Lohn wird immer kleiner, denn, wenn eine Hausfrau um ein Dienstmädchen sendet, so melden sich mehrere Hundert, die um jeden Preis im Dienst treten. Die armen Mädchen aus Bogáros schildern ihr Elend in grellen Farben und warnen alle Dienstmädchen vor der Auswanderung nach Amerika.

1901
wurde der Kirchenturm, welcher mit Schindeln gedeckt gewesen war, durch einen neuen in Form einer Pyramide ersetzt.


Das Banat besaß eines der dichtesten Streckennetze Europas. Bzgl des Bogaroscher Bahnanschlusses stellte man Überlegungen an, die in der Temesvarer Zeitung vom 08. Mai 1903 dargelegt wurden: Neue Bahn in Torontal - Der Handelsminister hat dem Szegeder Bauunternehmer Georg Heitzmann und dem Zsombolyaer Advokaten Dr. Nikolaus Reichrath die Konzession für die Vorarbeiten  einer normal, eventuell schmalspurigen Lokalbahn auf ein Jahr erteilt. Die neue Bahn soll von Zsombolya aus gehen, die Gemeinden Grabácz und Bogáros berühren, die Temesvár - Nagy-szt-Mikloser Lokalbahn in der Station Lovrin durchqueren, dann weiters die Gemeinden Pesák, Perjámos, Haulikfalva, Nagyfalu, Székesut und Német-szt-Péter berührend in die Station Pécska der Arader und Csanáder vereinigten Bahnen einmünden, eventuell aber von Bogáros abzweigen, die Gemeinde Ujhely berühren, die Temesvár-NagysztMikloser Lokalbahn in der Gemeinde Sándorháza durchqueren und dann mit Berührung der Gemeinden Knéz, Kétfél, Kis-szt.-Peter und Nemet-szt.-Peter in die Station Pécska einmünden.

1910 - Bogarosch erhielt Bahnanschluss, die Eisenbahnstrecke Hatzfeld - Lowrin wurde am 17. Oktober 1910 eröffnet, es verkehren anfangs 6 Züge am Tag.

Der Bogaroscher Bahnhof bei der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Lovrin-Hatzfeld am 17.10.1910



Fahrpläne für die Züge der Strecke Lovrin - Hatzfeld und Hatzfeld-Großbetschkerek. Die Strecke nach Großbetschkerek war eine Schmalspurbahn und verlief fast zur Gänze auf dem Grund des Grafen Csekonics. Sie wurde nach der endgültigen Grenzziehung 1924 auf der rumänischen Seite eingestellt, die Strecke abgebaut. Die Strecke Hatzfeld - Lowrin wurde 2014 eingestellt.

1914
in der Nacht des 26 Juli macht Österreich-Ungarn mobil, von den 543 eingerückten Bogaroscher sind 84 gefallen oder vermisst geblieben. Noch 1914 trat der Staat mit einer Kriegsanleihezeichnung an die Bevölkerung heran und wiederholte dies noch öfters bis zum Ende des Krieges. Man zeichnete im Laufe der vier Jahre enorme Summen. Im Herbst 1918 waren die Kriegsanleihen nur mehr Papierstücke ohne Wert. Manche Familie verarmte völlig.

1918
zum Ende des Jahres besetzten die Serben Bogarosch und verblieben bis zum 27 Juli 1919, am 3. August zogen rumänische Truppen in Temeswar ein.


Warenhaus Feiler und das Bogaroscher Gemeindehaus
am Vorabend des ersten Weltkrieges.

Von den im zweiten Weltkrieg eingerückten Bogaroscher sind 12 in der rumänischen Armee und 44 in der Deutschen Armee gefallen oder vermisst, 67 kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück, sie fanden in Deutschland, in Österreich und in den USA eine neue Heimat. Im Herbst 1944 im Herbst wurden die deutschen Ortschaften im Banat mit Kolonistenfamilien aus den rumänischen Kernländern durchsetzt. Am 14. Jänner 1945 begannen die Verschleppung der arbeitsfähigen deutschen Bevölkerung zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. Agrarreform in Rumänien. Enteignung von Maschinen, Ackergeräte, Vieh- und Bodenbesitz, damit wurden 1947 die Staatsfarm (I.A.S.) und die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (C. A. P.) gegründet
1951 begann die Verschleppung in die Bârâgansteppe. nach 5 Jahren kehrten die Überlebenden zurück, von den 295 deportierten Bogaroscher sind 27 dort verstorben. Um 1955 setzten Auswanderung / Familienzusammenführung ein. 1968 wurde die Gemeinde Bogarosch aufgelöst, Zugehörigkeit zur Großgemeinde Lenauheim.
1987 -Die deutsche Einwohnerschaft feiert zum letzten Male Kerwei in der alten Heimat, 7 Kerweipaare marschieren durch die Hauptgasse. Ab 1990 gab es kein deutscher Schulunterricht mehr in Bogarosch, in den Jahren davor nur die Klassen 1-4, mit einräumigem Unterricht. Etwa 1992 verließen die letzten deutschstämmigen Bogaroscher Rumänien, die Pfarrei Bogarosch wurde aufgelöst und der Pfarre Lowrin als Filiale zugeteilt.